Akupunktur zur Stärkung

Gesund bleiben in Zeiten von Internet und Corona

Bevor der eigentliche Artikel beginnt, etwas vorweg: Dem Heilpraktiker ist es nach §24 IFSG verboten, COVID-19 zu behandeln, da dieser Erreger nach §6 Absatz 1 Satz 1 IFSG bei VET meldepflichtig ist, sollte das klinische Bild als auch ein wahrscheinlicher epidemiologischen Zusammenhang gegeben sein.

Daher beleuchtet dieser Artikel ausschließlich vorbeugende Maßnahmen allgemeiner Natur zur Stärkung des körperlichen Wohlbefindens. Diese Empfehlungen wurden in Folge der Corona Pandemie oder vorheriger Epidemien von erfahrenen Ärzte aus China veröffentlicht. Er richtet sich in erster Linie an Therapeuten, daher werden Akupunkturpunkte nicht weiter erläutert und eingeordnet.

Erfahrungen großer Ärzte

Der bekannte amerikanische Arzt John K. Chen führt in seiner Zusammenfassung zur aktuellen Behandlung von COVID-19 in China folgende Verfahrensweise an: Die Akupunkturpunkte Magen 36, Ren 6 und Ren 12 sollten jeweils zweimal am Tag (morgens, abends) 10 Minuten gemoxt werden. Ren 6 und Ren 12 sollten dabei alternieren und jeweils täglich wechseln. In der regelmäßigen Anwendung wird so das Wei-Qi gestärkt.

Ausgehend von dem Verständnis, dass der COVID-19 Virus nach der chinesischen Medizin wesentlich die Miliz und Lunge beeinträchtigt, lassen sich weitere Möglichkeiten zur Stärkung der Milz im Sinne der chinesischen Medizin aufzeigen.

Li Dong Yuan, einer der großen Meister der Jin-Yuan Dynastie lebte während einer der schlimmsten Typhus-Epidemien der Geschichte. Im Jahre 1232 starben in Kaifeng während einer Belagerung fast eine Million Menschen. Zum Vergleich: in Europa galten zu dieser Zeit Städte mit einer Einwohnerzahl von 40.000 Menschen als groß.

Geprägt durch den Anblick dieses Leidens verfasste Li verschiedene medizinische Bücher. Seine Akupunkturpunkte zur Regulierung von Milz und Magen waren Ren 12, Leber 13, sowie Magen 36. Von Li stammt die bekannte Kräuterrezeptur Bu Zhong Yi Qi Tang. Darüber hinaus verfasste er allgemeine Lebensempfehlungen. Ein Einordnung dazu findet sich hier.

Andere Empfehlungen zur Stärkung von Milz und Magen finden sich in der Zusammenfassung zu Professor Gao Yun-Chuns Akupunkturtechniken. Professor Gao war lange Zeit Direktor der Departments für Akupunktur und Moxibustion an der Hebei Universität für chinesischen Medizin. Im wesentlichen nutzte Professor Gao die Akupunkturpunkte Ma 36, Ren 12 (sedierend) und Milz 9, Ren 10 (tonisierend) um Milz und Magen zu harmonisieren. Wichtig ist dabei die entsprechende Akupunkturtechnik, damit Milz und Magen unterstützt werden.

Der Begründer der Leitbahntherapie Dr. Wang Ju-Yi empfahl während der SARS Epidemie (2003) seinen Studenten die Moxibustion des Punktes Du Mai 14, um das Wei-Qi des Körpers zu stärken. Natürlich zusätzlich zu den grundsätzlichen Hygienemaßnahmen. Keiner der Studenten erkrankte. Mehr Informationen zur Leitbahntherapie finden Sie hier.

Einer von Doktor Wangs Lehrern im ersten Studiengang der Beijing Universität für Chinesische Medizin war Dr. Wang Le-Ting. Er verwendete zur Behandlung von Milz und Magen die sogenannten „Zehn-Alten-Nadeln“. Hierbei handelt es sich um eine Kombination der Akupunkturpunkte Perikard 6, Ren 13, 12, 10, 6, Magen 25, Magen 36. Diese umfangreiche Kombination ist der Kräuterrezeptur Bu Zhong Yi Qi Tang nachempfunden und hat ebenfalls das Ziel Milz und Magen tiefgehend zu beeinflussen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, viele der großen Ärzte in China verwendeten ähnliche Punkte um das Wei-Qi des Körpers zu stärken. Die Auswahl der Punkte variiert leicht, der Dreh- und Angelpunkt ist dabei meist das Punktpaar Magen 36 und Ren 12. Ausgehend von diesen beiden Punkten, wurden weitere Punkte je nach Erfordernis ausgewählt mit dem Ziel Milz und Magen zu stärken.

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