Die beiden medizinischen Systeme ergänzen sich hervorragend, da die reduktionistischen Ansätze der westlichen Medizin bei akuten Erkrankungen von Vorteil sind, während die ganzheitlichen Ansätze der chinesischen Medizin bei chronischen Erkrankungen und in der Prävention mehr Möglichkeiten bieten.
– Van der Greef und andere (2010), Autorengruppe zum Biopsychosozialen-Modell und beiden Medizinsystemen
Das biopsychosoziale Modell beruht auf den Arbeiten der allgemeinen Systemtheorie und deren Anwendung auf die Biologie. Es bietet einen ganzheitlichen Ansatz, um im Sinne der Medizin das Zusammenspiel zwischen Körper und Seele zu erklären. Körper und Seele können hier moderner ausgedrückt mit Gehirn und Geist ersetzt werden. Es hat außerdem viele Überschneidungspunkte mit der chinesischen Medizin. Mehr dazu im Folgenden.
Nach der Systemtheorie ist es möglich, die Natur, Gesellschaft und den Körper in einem hierarchischen System zu beschreiben. Dieses System verfügt über verschiedene Subsysteme, welche für sich organisiert sind und unterschiedliche Phänomene aufweisen. Wichtig ist dabei zu beachten, dass obwohl die Struktur hierarchisch ist, die Subsysteme sich gegenseitig beeinflussen. Gleichzeitig ist es dabei so, dass bestimmte Phänomene nur in einem bestimmten Subsystem entstehen. Das darunter liegende Subsystem kann daher diese Phänomene nicht ausreichend beschreiben, bedingt diese aber. Darauf aufbauend ergibt sich ein neues Verständnis von Gesundheit und Krankheit sowie ein ganzheitlicher Ansatz für die Therapie.





