Akupressur zur Entspannung

Wohltuende Ruhe erfahren

In der folgenden Anleitung werden vier Handpositionen beschrieben, welche nacheinander mit den eigenen warmen Händen berührt werden sollten. An jeder dieser Positionen können die Hände zwischen 1-2 Minuten ruhen, damit man bewusst die Wärme der Hände wahrnehmen kann. Dabei kann sich die Atmung vertiefen und ruhiger werden. Ein Seufzer oder ein Gähnen ist auch sehr willkommen. Am wohltuendsten ist diese Übung dabei, wenn sie im Liegen durchgeführt wird.

Vier Handpositionen für tiefe Entspannung

Durchführung:

1. Eine Hand ruht auf dem Herzen. Während sie dort liegt ins Herz hinein spüren und die Wärme der Handflächen erfahren.

Wärme im Bereich des Herzens kann sehr entspannend wirken.

2. Anschließend eine Hand seitlich aufs Gesicht legen, während die andere Hand am Herzen verbleibt. Auch hier die Wärme der Hände spüren.

Die Berührung des Herzens und des Gesichts kann ebenfalls sehr wohltuend wirken.

3. Beide Hände nun hinter dem Kopf zusammenbringen und auf dem Akupunkturpunkt Gallenblase 20 legen.

Lage – Zum Aufsuchen des Punktes werden die Handflächeninnenseiten auf den Hinterkopf gelegt. Die Daumen liegen dabei auf der Mitte des Nackens, direkt am Übergang zwischen Schädelknochen und Muskulatur. Wenn nun die Daumen etwas nach außen geschoben werden, gleiten sie zunächst über eine Sehne und fallen anschließend in eine natürliche Vertiefung. In dieser Vertiefung liegt Gallenblase 20. Häufig ist dieser Bereich schmerzhaft.

Gallenblase 20 liegt am Übergang des Schädels zum Nacken.

4. Zum Abschluss die Handballen sanft auf die Augen legen, wobei die Finger im Bereich des Haaransatzes liegen können.

Wirkung im Sinne der chinesischen Medizin

In der chinesischen Medizin ist Wohlbefinden und innerliche Ruhe eng mit dem Herzen verknüpft. Durch die liebevolle Aufmerksamkeit und die Wärme der Hände auf dieses Organ wird daher Entspannung gefördert (Handposition 1).

Die folgenden drei Positionen der Hände liegen alle auf den sogenannten Yang-Leitbahnen des Körpers. Dabei handelt es sich um Leitbahnen, welche insbesondere für die körpereigene Abwehr zuständig sind und im Sinne der chinesischen Medizin die Stressreaktion Kampf oder Flucht regulieren können. Diese Reaktion wird durch die sanfte Aufmerksamkeit auf die Yang-Leitbahnen ausgeglichen und der Körper kann sich entspannen.

Wirkung im Sinne der Humanmedizin

Das vegetative Nervensystem besteht aus zwei Anteilen, dem sympathischen Teil und dem parasympathischen Teil. Wobei Letzterer in Entspannung die inneren Organe steuert. Gleichzeitig ist er der Gegenspieler zum Sympathikus, welcher für die oben genannte Kampf- oder Fluch-Reaktion zuständig ist. Alle vier Handpositionen liegen über Organen oder Bereichen, welche vom Parasympathikus versorgt werden. Durch den Fokus auf diese Bereiche wird demnach die Entspannung gefördert.

  • Dana, Deb (2021). Die Polyvagaltheorie in der Therapie Den Rhythmus der Regulation nutzen, Probst Verlag