Chinesische Kräuterheilkunde – Naturheilverfahren

Die Chinesische Kräuterheilkunde hat in China eine bis zu 2000 Jahre alte Tradition und bildet eine der fünf Säulen der Chinesischen Medizin. Es werden vorwiegend Pflanzenteile wie Wurzeln, Rinden, Blüten und Blätter verwendet. In seltenen Fällen werden aber auch Mineralien und einige Tierprodukte verwendet. Natürlich stets in Beachtung des Artenschutzes und der Patientensicherheit.

Ein wesentlicher Unterschied der Chinesischen Kräuterheilkunde zur westlichen Phytotherapie ist die Verwendung von Kräutermischungen. Damit können erwünschte Wirkungen gegenseitig verstärkt und unerwünschte aufgehoben oder gelindert werden.

Darreichungsformen der chinesischen Kräuter

Traditionell werden chinesische Arzneimittel in Form von Abkochungen (Dekokten) eingenommen. Die gemischten Rohdrogen werden in Wasser gekocht und als Tee getrunken. Eine genaue Beschreibung wie eine Abkochung (Dekot) hergestellt wird, finden sie hier.

Daneben gibt es auch Verabreichungen als verdünnte Extrakte, aufgelöste Granulate und Pulver sowie als Pillen.

Wie nimmt man eigentlich chinesische Heilkräuter ein?

Die klassische Darreichungsform für Heilkräuter ist die Herstellung eines Dekokts, also das Kochen der ganzen Kräuter. Dies erfordert einiges an Zeit und kann zu einer echten Geduldsprobe werden. Der Kochvorgang ist wie folgt:

  • Die Heilkräuter einer Tagesration in einen Stahl/ Keramik Topf geben
    Wasser in den Topf geben. Dabei sollten die Heilkräuter ca. 1-2 cm mit Wasser bedeckt sein
  • Die Heilkräuter für 30 Minuten stehen lassen
  • Anschließend schnell aufkochen
  • Danach bei schwacher Hitze und geschlossenem Deckel für weitere 30 Minuten köcheln lassen
  • Kräuter absieben und das Kochwasser sammeln
  • Mit den Heilkräutern den Vorgang abermals wiederholen
  • Die Flüssigkeitsmenge beider Kochvorgände bildet das Dekokt
  • Das Dekokt kann so für ca. eine Woche im Kühlschrank gelagert werden

Eine schnellere Darreichungsform für die Heilkräuter ist die Zerkleinerung in der Apotheke. Hier entfällt der aufwendige Kochvorgang und sie können mit kochendem Wasser, wie ein Tee, präpariert werden. Der Geschmack kann allerdings ein echtes Hindernis für die Einnahme sein. Da aber gerade die regelmäßige Einnahme wichtig ist, gibt es noch eine dritte Variante.

Viele Heilkräuter gibt es inzwischen in Form von Granulaten, welche als Tablette bestellt werden können. Dadurch können sie ganz einfach und unkompliziert mit einem Glas Wasser vor, während oder nach der Mahlzeit eingenommen werden. Der erfolgreichen Kräutertherapie steht also nichts mehr im Weg!

Was sollte während der Einnahme der Kräuter beachtet werden?

Grundsätzlich ist jede Kräuterrezeptur individuell auf den jeweiligen Patienten und seine Krankheitssituation abgestimmt, sowie mit einer detaillierten Anweisungen zur Zubereitung und Einnahme der verordneten, meist täglich einzunehmenden, Kräuterrezeptur versehen.

In Einzelfällen kann es nach der Einnahme der Rezeptur zu körperlichen Reaktionen kommen. In einigen Fällen wird eine Ausleitung über Stuhl oder Urin angestrebt. Dabei kann es zu vermehrtem Wasserlassen oder Stuhlgang kommen. Dies geschieht im Sinne der Therapie. Übelkeit, vermehrte Darmgeräusche und Blähungen können am Anfang der Behandlung ebenfalls auftreten. Bitte teilen Sie auftretende Nebenwirkungen stets mit.

Qualitätssicherung

Bei einer Kräuterbehandlung sind nachfolgende Termine nötig, um die Rezeptur zur Qualitätssicherung anzupassen. Die Termine sollten dabei nicht weiter als drei Wochen auseinander liegen.

Alle chinesischen Arzneimittel müssen in Deutschland auf Qualität und Schadstoffbelastung überprüft werden. Die pharmakologische Fachkompetenz der Apotheken kann Verunreinigungen ausschließen und gewährleistet somit immer beste Qualität sowie eine daraus resultierende, sichere Behandlungsweise.

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