Schmerzen nach Herpes Zoster/Post-Zoster-Neuralgie

Wichtiger Hinweis

Bevor der eigentliche Artikel beginnt, ein wichtiger Hinweis vorweg: Dem Heilpraktiker ist es nach §24 Absatz 1 Infektionsschutzgesetzes (IFSG) verboten, Menschen, welche akut an einer Gürtelrose/Herpes Zoster leiden, zu behandeln.

Daher beleuchtet dieser Artikel ausschließlich Maßnahmen zur Behandlung von Folgen einer solchen Infektion. Diesbezüglich gilt, dass sobald die Infektion abgeklungen ist und kein Erregernachweis mehr möglich ist, der Heilpraktiker wieder behandeln darf, so der Verband Unabhängiger Heilpraktiker e.V. (VUH). Das entsprechende Krankheitsbild wird dann als Post-Zoster-Neuralgie bezeichnet und ist durch bleibende Nervenschmerzen gekennzeichnet.

Brennende Schmerzen trotz Abheilung

Bei der Gürtelrose, auch Herpes Zoster genannt, handelt es sich um eine erneut ausbrechende Infektion des Varicella-zoster-Virus (VZV), welcher typischerweise sehr weit verbreitet ist. Meist kommt es daher schon im Kindesalter zum Kontakt mit diesem Virus. Dieser hat die Eigenart, im menschlichen Körper verbleiben zu können und bei geschwächter Abwehrlage des Körpers die Erkrankung Herpes Zoster auszulösen. Herpes Zoster zeichnet sich dabei durch meist einseitige Hautveränderungen mit Bläschenbildung und Rötungen sowie intensiven Schmerzen aus. In der Regel treten die Beschwerden dabei meist im unteren Rücken auf und folgen dem Verlauf der sogenannten Spinalnerven, welche aus dem Rückenmark austreten und bestimmte Hautareale innervieren. Die Schmerzen können sehr stark ausgeprägt sein und auch nach der Abheilung der Hautveränderungen weiterhin bestehen bleiben. Es handelt sich dann um die sogenannte Post-Zoster-Neuralgie, anders ausgedrückt um bleibende Nervenschmerzen nach einer Herpes Zoster Erkrankung. Nach dem Robert Koch Institut können die Schmerzen in Einzelfällen sogar lebenslang bestehen bleiben.

In der Humanmedizin gilt es therapeutisch bei der Post-Zoster-Neuralgie die Schmerzen zu lindern, da eine ursächliche Behandlung bisher nicht bekannt ist. Zunächst werden dabei typische Schmerzmittel sowie Antiepileptika verwendet. Können die Schmerzen dadurch nicht gelindert werden und bleiben bestehen, können zusätzlich Antidepressiva verwendet werden. Nach den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) können außerdem Salben mit einem Schmerzmittel oder Capsaicin zur Anwendung kommen. Diesbezüglich gilt, dass die gewünschte Wirkung immer ins Verhältnis zu den Nebenwirkungen der Arzneimittel gesetzt werden muss. Insbesondere gilt die für die Antiepileptika und die Antidepressiva.

Wie beurteilt die chinesische Medizin die Schmerzen nach Herpes Zoster

Die chinesische Medizin kennt die Erkrankung Gürtelrose und die Folgenden dieser Erkrankung natürlich ebenso wie die Humanmedizin. Sie wird im chinesischen als Schlangenliniengeschwür bezeichnet, was sich auf die typischen Hautveränderungen bezieht. Für die Gürtelrose unterscheidet die chinesische Medizin zwei Ausprägungen, welche wesentlich die Behandlung auch der verbleibenden Schmerzen beeinflussen. Unterschieden wird nach den Hautveränderungen, ist die Rötung stärker ausgeprägt oder die Bläschenbildung. Ferner wird unterschieden, ob die Erkrankung durch Stress ausgelöst wurde oder schon vorher Verdauungsbeschwerden auftraten. Je nach Ausprägung dieser Zeichen werden die Betroffenen mit bleibenden Schmerzen mit anderen Arzneimitteln und Akupunkturpunkten behandelt. Dadurch ergibt sich in der Schmerztherapie der chinesischen Medizin ein multimodaler Ansatz, welcher den gesamten Menschen erfasst und beispielsweise auch eine Ernährungsberatung umfassen kann.

Bestehen auch nach der Gürtelrose die Schmerzen, wird die Behandlung immer an den Schmerzcharakter des Betroffenen angepasst. In der chinesischen Medizin wird somit die Behandlung individualisiert. Dies gilt für jedes therapeutische Verfahren. Darüber hinaus werden die Akupunkturpunkte und Arzneirezepturen im Laufe einer Behandlung stetig angepasst, um immer ein optimales Therapieergebnis zu ermöglich. Dadurch werden auch mögliche Nebenwirkungen vermindert, insbesondere in der Arzneibehandlung.

Wie behandelt die chinesische Medizin Schmerzen nach Herpes Zoster

In der Behandlung von Betroffenen werden je nach Diagnose im Sinne der chinesischen Medizin verschiedene Therapieverfahren genutzt. Meist ist dies die Akupunktur und Arzneirezepturen. Es können auch Sprays oder Salben aus chinesischen Arzneimitteln verwendet werden, wobei diese individuell ausgewählt werden. Neben der Anamnese ist außerdem eine genaue körperliche Untersuchung als Teil der Leitbahntherapie nach Dr. Wang Ju-Yi sinnvoll. Dies dient dazu, die Behandlung so zielgerichtet wie möglich zu gestalten. Gerade für die Akupunktur zeigt hier, dass die Akupunkturpunkte ja nach Schmerzareal verändert werden müssen.

Was sagen die Studien zur Behandlung von Schmerzen nach Herpes Zoster und der Akupunktur?

Aus China gibt es einige Studien, in welchen untersucht wurde wie bestimmte Akupunkturtechniken die Schmerzen nach einer Gürtelrose lindern können. Meist handelt es sich dabei allerdings um Techniken, welche im westlichen Kulturkreis nicht angewendet werden können. Zur typischen Akupunktur wird allerdings aktuell eine Übersichtsstudie (Bian et al., 2022) erstellt, um die Wirksamkeit zu beurteilen, das Ergebnis ist allerdings noch nicht veröffentlicht.

Es gibt Akupunkturtechniken wie die Feuerakupunktur, welche im Westen kulturell nicht genutzt werden können.