Kaffee und Chinesische Medizin

Kaffee ( chin. 咖啡, Kāfēi )

Wer liebt sie nicht, die erste Tasse Kaffee am Morgen nach einer zu kurzen Nacht. Mit dieser Tasse befindet man sich in guter Gesellschaft, denn zumindest statistisch konsumierte jeder Bundesbürger im Jahr 2014 ca. 162 Liter Kaffee. Das entspricht 1296 Tassen Kaffee über 365 Tage im Jahr verteilt, wohlgemerkt pro Person. Zum Vergleich, im gleichen Zeitraum wurden 143 Liter Wasser und 107 Liter Bier pro Kopf getrunken.

Andere interessante Fakten zum Kaffee sind z.B., dass die Schweden annähernd gleich viel Kaffee wie die Deutschen konsumieren. Wohingegen im Land des Espressos, also Italien, sehr viel weniger Kaffee getrunken wird, ca. 28 % weniger als in Deutschland.

Was macht Kaffee überhaupt so besonders?

Einige Besonderheiten zeigen sich schon in der Legende, welche sich um die Entdeckung des Kaffees rankt. Im Kaiserreich Abessinien (lag in Teilen in Äthiopien und Eritrea) beobachtete ein Hirte, dass seine Herde Ziegen völlig außer sich waren und auf den Hufen tanzten, nachdem sie die roten Beeren eines Strauches gegessen hatten. Neugierig geworden durch seine Beobachtung, fasste er sich ein Herz und probierte ebenfalls von Strauch. Er spürte sofort die belebende Wirkung der Beeren. Erstaunt über die Wirkung, berichtete er im Nahe gelegenen Dorf von seiner Entdeckung. Alles Weitere ist Geschichte. Im 14. Jahrhundert gelangte die Kaffeepflanze Coffea arabica wahrscheinlich durch Sklavenhändler, nach Arabien. Spätestens ab dem 16. Jahrhundert kam der Kaffee auch nach Europa, sowie Asien und wurde Teil der Kultur.

Kaffee und die Chinesische Medizin

Das der Kaffee sich so großer Beliebtheit erfreut liegt wahrscheinlich an der Wirkung des Koffeins. Im Sinne der chinesischen Medizin haben die Bohnen der Kaffeepflanze weitere Wirkungen, welche über die reine Wirkung des Koffeins hinaus gehen. Ausschlaggebend ist dabei, der Geschmack, die Temperatur und der Funktionskreisbezug einer Pflanze. Die Funktionskreise Feuer (Herz, Blutgefäße, Geist, Freude. Rot) und Holz (Leber/Galle, Stimmung, Grün) sind nach der Chinesischen Medizin die Betreffenden. Das Temperaturverhalten kann als kühlend beschrieben werden, wird allerdings durch das Verfahren des Röstens der Kaffeebohne abgemildert.

Geschmacklich steht hierbei unverkennbar das Bittere aber auch leicht Süße im Vordergrund. Der süße Geschmack lässt sich besonders gut bei Espresso als Nachgeschmack nachvollziehen. Der bittere Geschmack hat eine diuretische sowie verdauungsfördernde Wirkung. Zusätzlich klärt der bittere Geschmack den Kopf. Dies wird unterstützt durch die kühlende Temperatur. Ein Mensch aus dem westlichen Kulturkreis würde dies als anregend beschreiben. Diese Wirkung lässt sich gut im Büro oder Ausbildungseinrichtungen beobachten, bei viel Kopfarbeit kann Kaffee Wunder wirken.

Studienergebnisse zum Kaffee

Zur psycho-emotionalen Wirkung von Kaffee gibt es eine spannende amerikanische Langzeit- Studie. In dieser Studie wurde der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und Depressionsrisiko untersucht. Sie kam zu dem Ergebnis, dass durch Kaffeegenuss die Wahrscheinlichkeit sank, an einer Depression zu leiden. Ein Ergebnis welches sich mit der Wirkung des Kaffees im Sinne der Chinesischen Medizin deckt. Kaffee befreit Qi und öffnet die Sinne, mit anderen Worten er entspannt und aktiviert. Laut einer weiteren Studie soll ein regelmäßiger Konsum von bis zu 4 Tassen Kaffee am Tag das Dickdarmkrebsrisiko senken.

Trotz der vielen positiven Effekte sollte Kaffee, wie jede Pflanze mit einer medizinischen Wirkung mit Vorsicht genossen werden. Bei zu großen Menge können Herzrasen, Durchfall, Kopfschmerzen und Erbrechen entstehen.

Irrtümer zum Kaffee

Darüber hinaus gilt die Mär, dass Kaffeekonsum grundsätzlich schädlich sei schon lange als überholt. Insbesondere die Behauptung, dass Kaffee dem Körper Wasser entziehen würde, ist wissenschaftlich nicht korrekt und konnte widerlegt werden.

Dies gilt auch für die Lehrmeinung in der Homöopathie, dass Kaffee eine homöopathische Mittelgabe unwirksam macht. Dies war schon für den sehr bekannten und geschätzten Homöopathen John Henry Clarke (1853-1931) fraglich. Nach seiner Erfahrung konnte bei korrekter Mittelgabe, in der entsprechenden Potenz kein Kaffee die Wirkung eines Mittels antidotieren.

Meinung des Deutschen Grünen Kreuzes

Zu guter Letzt noch ein Zitat des Deutschen Grünen Kreuzes über die Studienergebnissen zum Kaffeekonsum: Der moderate Genuss von drei bis vier Tassen Kaffee am Tag kann auf zahlreiche Organe und Körperfunktionen einen positiven Einfluss ausüben. Bei manchen Erkrankungen scheint Kaffee sogar einen deutlichen vorbeugenden oder schützenden Effekt zu haben.

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