Grüntee und Chinesische Medizin

Grüntee ( chin. 绿茶, lǜchá )

Die Tee- Kultur gilt fast schon als Sinnbild für die asiatische Kultur. Dies gilt insbesondere für den Grüntee, gewonnen aus der Pflanze Camellia sinensis, welche ursprünglich aus China stammt. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Grüntee auch in den Teestuben Europas der am meisten konsumierte Tee. Dies änderte sich erst durch den geglückten Anbau des Teestrauchs in Indien und später auch auf Sri Lanka (damals Ceylon). Im Laufe der Jahre wurde so der Grünetee durch den fermentierten Schwarztee verdrängt.

Unterschied zwischen Grüntee und Schwarztee

Der Unterschied zwischen den beiden Teesorten liegt hierbei im Herstellungsprozess. Beim Grüntee wird der Oxidationsvorgang der Blätter durch kurzes Erhitzen unterbrochen. Bei der Herstellung von Schwarztee werden die Teeblätter gerollt und anschließend einer Fermentation unterzogen. Durch die unterschiedlichen Verfahren entstehen ganz verschiedene Aromen und Inhaltsstoffe. Doch auch innerhalb der einzelnen Teearten gibt es verschiedene Sorten. Zum Beispiel zählen zum Grüntee, Sorten wie der bekannte Gunpowder, Sencha oder Mao Jian Tee. Als beste Sorte gilt übrigens der Lung Ching Tee aus China, auch Drachenbrunnen Tee genannt. 

Ursprung des Tees

Der Legende nach geht die Entdeckung des Tees durch Kaiser Shénnóng auf einen Zufall zurück. Bei Kaiser Shénnóng handelt es sich um eine Sagengestalt der chinesischen Kultur, er gilt als Gründungsvater aller Chinesen. Während Shénnóng an einem Sommerabend unter einem Baum rastete, fiel ein Tee Blatt in seinen Kochtopf mit brodelndem Wasser. Als er daraufhin von dem Wasser trank bemerkte er die außergewöhnliche Wirkung des Tees. Dieser glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass heute Tee getrunken werden kann. Shénnóng sammelte sein Wissen in dem Werk „Klassiker der Heilkräuter nach Shen Nong“ (chin.: Shénnóng Běncǎojīng). Dort schreibt er zum Grüntee: Grüntee behandelt alle entzündlichen Hauterkrankungen und ermöglicht das Wasserlassen. Er entfernt Schleim und Hitze. Er ist durstlöschend, hält wach und er gibt Kraft, Zufriedenheit und Willensstärke.

Studien zum Tee

Über andere Wirkungen des Grüntees sind zahlreiche Studien erstellt worden. Vor allem in der Prävention und Gesundheitsförderung liegt dabei der Schwerpunkt. So senkt der regelmäßige Genuss den Cholesterinspiegel, verbessert den Fettstoffwechsel und wirkt antientzündlich, um nur einige Wirkungen zu nennen. Zusätzlich wirkt er selbstverständlich anregend, leistungsfördernd und verbessert die Konzentrationsfähigkeit. Die Wissenschaft schreibt diese Wirkung hauptsächlich dem Tein und dem Epigallocatechingallat (EGCG) zu.

Tee und die Chinesischen Medizin

Im Sinne der Chinesischen Medizin ist der Geschmack und die Temperatur einer Pflanze entscheidend für die Heilwirkung. Hierbei hat der Grüntee einen bitteren, leicht süßen Geschmack und eine kühlende Temperatur. Nicht außer acht zu lassen ist, dass es sich um grüne Blätter handelt. Nach Sheng Nongs Signaturenlehre der Pflanzen haben Blätter einen Bezug zu den äußeren Bereichen des Körpers wie z.B. der Haut. Die grüne Farbe wird nach der Signaturenlehre dem Funktionskreis Holz/Leber zugeordnet. Unter diesem Funktionskreis werden unter anderem die Augen, eine regelrechte Verdauung, Leber und Gallenblase und ein ausgeglichenes Wesen zusammengefasst. In China wird diese Art der Analyse durch Studien auf ihre Stichhaltigkeit untersucht und Pflanzen nach ihren Inhaltsstoffen aufgeschlüsselt. 

Der bittere Geschmack wirkt diuretisch, dass heißt er fördert das Wasserlassen. Ferner wirkt das Bittere verdauungsfördernd. Zusätzlich klärt der bittere Geschmack und die kühlende Wirkung den Geist, das heißt er regt an. Durch den süßen Geschmack wird diese Wirkung abgemildert und harmonischer.

Zum Abschluss sollte darauf hingewiesen werden, dass das im Tee enthaltene Tein die Wirkung einer Akupunktur mindern kann, mehr dazu HIER.

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